Detektiv

 

Wer oder was zählt eigentlich zu den Detektiven? Die bekanntesten Bezeichnungen dürften sein

  • der Wirtschaftsdetektiv
  • der Privatdetektiv
  • der Versicherungsdetektiv
  • der Kaufhausdetektiv
  • der Warenhausdetektiv

wobei die letzten beiden Bezeichnungen nicht zu den Detektiven zählen, sondern dem Bewachungsgewerbe zugeordnet sind. Folgerichtig ist zur Ausübung dieser Tätigkeiten, bezogen auf Fremddienstleister, die 40stündige Unterweisung nach §34a BewV als Mindestqualifikation vorgeschrieben.

Detektiv ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Damit ergeben sich als Zugangsbeschränkung lediglich die in der Gewerbeordnung gemäß §38 GewO zum "überwachungbedürftigen Gewerbe" geforderten Nachweise. Faktisch kann fast jeder Detektiv werden bzw. sich so nennen.

Detektivausbildungen werden von diversen privaten Anbietern angeboten. Vom Wochenendlehrgang über mehrmonatigem Vollzeitlehrgang bis hin zum Ferstudium wird alles angeboten. Zumindest branchenintern anerkannt ist die Ausbildung der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe ZAD. Eine vorherige Berufsausbildung in einem anderen Beruf wird vorausgesetzt. Zu Recht; man stelle sich vor, der Detektiv bekommt den Auftrag, in einer Firma verdeckt zu arbeiten und hat keine Ahnung / Vorbildung von den in der entsprechenden Abteilung gestellten Aufgaben. Hieraus ergibt sich bereits: Nicht jeder Detektiv ist für alle Aufgaben geeignet.

Nach unserer Meinung ist es am sinnvollsten, eine anerkannte Ausbildung im Sicherheitsgewerbe anzustreben. Alleine schon wegen dem sich dadurch ergebenden breiteren Angebotsspektrum an Dienstleistungen  und  der offenstehenden Weiterbildungsmöglichkeiten erscheint dies als der vorteilhafteste Weg. Im Hinblick auf die zukünftig angestrebte Tätigkeit als Detektiv sollte darauf geachtet werden, die Lehre in einer Abteilung Konzernsicherheit mit eigenen Ermittlern abzuschließen. Sollte dies nicht möglich sein, kann die Ausbildung der ZAD immer noch nachgeholt oder sogar berufsbegleitend absolviert werden. Alternativ wäre eine Lehre in einem Sicherheitsunternehmen, welches gleichzeitig die Leistungen einer Detektei anbietet, anstrebenswert.

Sollte dies nicht möglich sein, bietet sich die qualitativ hochwertige Ausbildung in Österreich an. Nach einer dt. Ausbildung im Sicherheitsgewerbe kann diese in Abendveranstaltungen besucht oder parallel in eLearning absolviert werden. Diese lässt sich in Modulen absolvieren, sodaß der Interessierte einzelne Bereiche auswählen kann. Z. B. ist das Modul Rechtskunde nicht zwingend. Zum Einen gelten in Deutschland oft andere Rechte, zum Anderen wird die Rechtskunde in den Berufen "Servicekraft für Schutz und Sicherheit" bzw. "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" ohnehin gelehrt.

Der Bestand an Vollzeitdetektiven in Deutschland bewegt sich im unteren vierstelligen Bereich. Da es zusätzlich viele ehemalige Behördenmitarbeiter gibt, die sich in dem Gewerbe sesshaft machen, ist es ohne Glück und Eigeninitiative kaum möglich, sich zu etablieren.

Interessierte können sich HIER zusätzlich einen Überblick über den Detektivberuf verschaffen.

 

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